Einleitung
Das Notensystem spielt eine zentrale Rolle in der Welt der Musik, indem es als eine Art universelle Sprache dient.
Es ermöglicht die visuelle Darstellung von Musik, was sowohl für das Festhalten als auch für das Interpretieren von Musikstücken unerlässlich ist.
In unserer Umwelt sind wir einem Meer von Tönen ausgesetzt. Töne haben immer eine Tonhöhe: Ein Ton kann sehr tief bis sehr hoch klingen. Auch Musikinstrumente erzeugen, je nach Instrument, Töne in sehr unterschiedlichen Tonhöhen.
Dieser Umfang ist ordentlich. Klar wird einem das vielleicht, wenn man sich die Anzahl der Tasten ansieht die ein normales Klavier anbietet: Im Durchschnitt sind es 88!
Wenn man ein Notensystem erfinden will, in dem man alle diese 88 möglichen Tonhöhen gleichzeitig eintragen kann, würde das sehr viel Platz auf dem Papier einnehmen.
Faktencheck
Ein Klavier hat 88 Tasten. Wenn man für jede dieser Tasten einen Platz auf einem Mathe-Papier mit Karokästchen reserviert, würde der Platz ausreichen?
Nein! Das würde nicht mal auf ein einziges Din A4 Mathe-Blatt passen, denn dort finden in der Höhe nur etwa 59 Kästchen Platz, man benötigt aber 88.
Hier eine Grafik, die noch einmal zeigen soll, dass wir einem Meer von Tönen und deren Tonhöhen gegenüberstehen. Um diese sinnvoll irgendwie auf Papier zu bringen, muss man zwangsläufig eine Auswahl treffen. Eine Auswahl, die wie ein Fenster ist auf einen bestimmten Bereich von Tonhöhen:
Mit der Zeit haben sich verschiedene Bereiche zur Auswahl durchgesetzt. Sinnvoll ist eine Auswahl dann, wenn sie die Tonhöhen abbildet, die zum jeweiligen Instrument passen weil es diese erzeugen kann. Oder die Tonhöhen, welche zur menschlichen Stimme gut passen.
Somit gibt es ein eigenes "Auswahlfenster" für hohe Instrumente, eins für tiefe Instrumente, usw.
Damit man weiß, für welche Tonhöhen ein Auswahlfenster eigentlich steht, braucht man eine Markierung. Und diese Markierung sind in der Musik die Notenschlüssel. Deren Aufgabe ist ganz simpel: Sie markieren einfach nur die Tonhöhen, die in dem Auswahlfenster verwendet wurden. Mehr dazu: Artikel über Notenschlüssel.
Man nutzte auch Vereinfachungen geschickt, um den geringen Platz besser nutzen zu können. So hat heute nicht jede einzelne mögliche Tonhöhe einen festen Platz, sondern nur die wichtigen "Stammtöne". "Nebentöne" sind dessen Variationen, die man einfach mit einem Zeichen markiert: Die Vorzeichen (Artikel ist in Erstellung).
Nicht nur Tonhöhen
Nun geben wir so einem Auswahlfenster den Namen, den es in der Musik hat: Ein Notensystem.
Ein Notensystem wäre aber ziemlich plump und dumm, wenn es nur Tonhöhen abbilden könnte. Mit der Zeit entwickelte man das Notensystem immer weiter, so dass heute viele andere wichtige Eigenschaften der Musik auch darin aufgeschrieben werden können: Details wie Tonhöhe, Rhythmus und Dynamik. Das erlaubt es Musikern verschiedenster Herkunft, Werke einheitlich zu interpretieren und miteinander zu kommunizieren. Darüber hinaus dient das Notensystem der Bewahrung von Musik über Generationen hinweg. Historische Werke großer Komponisten wie Bach oder Beethoven können so auch heute noch originalgetreu wiedergegeben und studiert werden.
Für Lernende ist das Notensystem ein unverzichtbares Werkzeug, da es eine strukturierte und präzise Methode bietet, Musik zu erlernen und zu üben.
Für Komponisten wiederum ist das Notensystem ein essentielles Mittel zur Kreation und Dokumentation ihrer Werke. Es ermöglicht die detaillierte Niederschrift komplexer Kompositionen, die dann von anderen Musikern interpretiert werden können. In der Musikbildung fungiert das Notensystem als Standardwerkzeug und ist in Musikschulen und Universitäten weltweit ein fundamentaler Bestandteil des Lehrplans.
Insgesamt ist das Notensystem nicht nur für die Aufführungspraxis entscheidend, sondern auch für das theoretische Verständnis der Musikwissenschaft. Es bildet das Fundament, auf dem das Studium, die Interpretation, die Bewahrung und die Schöpfung von Musik ruhen.
Aufbau
Das Notensystem als Grundlage einfach nur aus horizontalen Linien: den Notenlinien. Üblicherweise besteht so ein System aus fünf Notenlinien.
Diese Linien bilden sowas wie ein festes Raster, worin die verschiedenen musikalischen Symbole eingetragen werden können. Ganz besonders natürlich die Noten und Pausen. Aber genauso auch die verschiedensten Spielanweisungen. Aber es gilt immer: Je weiter oben eine Note in den Notenlinien steht, desto höher ist ihre Tonhöhe.
Platzierung der Noten
Noten können nur an zwei Positionen in den Notenlinien liegen:
- auf einer Notenlinie
- im Zwischenraum zwischen zwei Notenlinien
Eigenschaften
Das Notensystem kann man in 2 Ebenen lesen:
- Die Ebene von unten nach oben, die vertikale Ebene, bestimmt die Tonhöhe eines Tones: Je höher sie steht, desto höher klingt auch der Ton
- Die Ebene von links nach rechts, die horizontale Ebene, bestimmt die Zeitpunkt, wann die Töne erklingen: Je weiter rechts die Note steht, desto später erklingt sie
Zusätzlich ist es auch möglich, Pausen im Notensystem zu setzen. Diese haben keine Tonhöhe, ihre vertikale Position ist also irrelevant. Zur Darstellung ihrer zeitlichen Länge gibt es wie bei den Noten auch hier verschiedene Typen einer Pause.
Wenn man die mögliche Anzahl an Notenpositionen zählt, die so ein übliches Notenliniensystem bietet, kommt man auf eine sehr geringe Anzahl: 5 Notenlinien plus 4 Zwischenräume = 9 Positionen.
Hilfslinien
Manchmal muss man Noten aufschreiben, die nur wenige Positionen ober- oder unterhalb des gerade verwendeten Notensystems liegen. Es wäre nun natürlich total unpraktisch, wenn man dafür ein zweites Notensystem hinzufügen muss.
Deswegen hat man hier eine Flexibilität eingeplant: Man kann in diesen Fällen einfach das Raster der Notenlinien fortführen. Diese helfen dann, dass man die Position der Note auch ausserhalb des Notensystems ablesen kann, weswegen man diese Linien auch "Hilfslinien" nennt.
Notenschlüssel
Wie bereits am Anfang des Artikels gezeigt, braucht ein Notensystem, was ja wie ein Fester auf das Meer der möglichen Tonhöhen fungiert, einen Marker, der genau festlegt, welchen Bereich das Fenster abdeckt.
Diese Marker nennt man in der Musik: Notenschlüssel.
Notenschlüssel sind schöne verzierte Symbole, und am häufigsten in der westlichen Musik sind der Violinschlüssel und der Bassschlüssel.
Ausführliche Informationen dazu findest du im Artikel über die Notenschlüssel.