Was sind Noten?

Noten beschreiben Töne

Noten sind Zeichen, die Töne in der Musik beschreiben. Von ihnen kann man 2 Informationen eines Tons ablesen:

  • Die Tonhöhe, also wie hoch oder tief ein Ton liegt
  • Die Tondauer, also wie kurz oder lang ein Ton klingt

Noten sind, als grafisches Zeichen, sehr einfach aufgebaut. Sie bestehen im Grund aus drei Komponenten:

  1. Dem Notenkopf, das ist ein ovaler Kreis (komplett schwarz oder in der Mitte transparent)
  2. Dem Notenhals, das ist eine vertikale Linie die von dem Notenkopf ausgeht
  3. Der Notenfahne, das sind eine oder mehrere kleine Fahnen (der gruppiert als Balken) am Ende des Notenhalses

Dabei ist nur der Notenkopf Pflicht, alle anderen Komponenten sind optional.

Welche der Komponenten einer Note genommen werden, bestimmt die Länge des Tons: Die Note nur mit dem Notenkopf, innen transparent, klingt am längsten.
Die Note nur mit dem Notenkopf, innen transparent, plus Notenhals klingt etwas kürzer.
Die Note nur mit dem Notenkopf, flächig schwarz, plus Notenhals klingt nochmals kürzer.
Und schließlich klingt die Note nochmal mit jedem Fähnchen, das hinzukommt, kürzer.
Somit kann man (vereinfacht) sagen: Das Aussehen der Note bestimmt immer die Klangdauer des Tons.

Wichtig zu wissen: Das Aussehen einer Note bestimmt nicht die absolute Klangdauer. Es legt also nicht fest, wie viele Sekunden exakt eine Note klingt. Noten(zeit)werte sind relative Angaben: Eine halbe Note dauert zum Beispiel doppelt so lange wie eine Viertelnote. Wie lange sie tatsächlich klingt, hängt vom Tempo ab.

Hingegen die Höhe des Tons wird einzig bestimmt durch die Position seines Notenkopfes in einem Raster aus horizontalen Linien, dem sogenannten Notensystem.
Das Notensystem ist quasi ein Raster, um Tonhöhe und Zeit zu organisieren.

Das Aussehen einer Note zeigt den Notenwert, also die relative Dauer.
Die genaue klingende Dauer hängt zusätzlich vom Tempo ab.
Die Position des Notenkopfes im Notensystem zeigt die Tonhöhe.

Noten und Tonhöhe

Jede Note hat eine bestimmte Tonhöhe, die durch ihre Position im Notensystem festgelegt wird.

Zu einer Note muss zwingend ein Notenschlüssel vorhanden sein, um die konkrete Tonhöhe zu bestimmen. Denn ohne einen Notenschlüssel ist nicht klar, welche Tonhöhe gemeint ist. Die 5 Linien des Notensystems sind nur ein simples Raster, das nur wenige Töne aus dem großen Pool der verfügbaren Töne gleichzeitig darstellen kann und das nicht selbst festlegt, welche Töne genau gemeint sind.
Zum Verständnis: In einem Notensystem können 11 Stammtöne abgebildet werden, aber alleine ein normales Klavier kann über 50 Stammtöne abbilden (damit sind nur die weißen Tasten gemeint).
Die in der westlichen Musik häufigsten Notenschlüssel sind der Violinschlüssel (oder G-Schlüssel) und der Bassschlüssel (oder F-Schlüssel).

Ein leeres Notensystem mit dem Violinschlüssel

Notennamen

Aus dem großen Pool an Tonhöhen haben wir in unserer westlichen Musik bestimmte Töne speziell ausgewählt, die wir für unsere Musik nutzen. Es sind Töne, die uns gefallen und wir als "schön" empfinden. So ganz willkürlich ist das jedoch nicht passiert, denn es gibt physikalische Gesetze hinter den Tönen, die einfach gewisse Töne und Tonzusammenhänge für uns besser klingen lassen als andere (zur Vertiefung: Ss geht um die sogenannten Schallwellen und die Physik der Akustik).

Die Auswahl besteht aus insgesamt 7 sogenannten Stammtönen. Diese sind die Grundbausteine unseres Notensystems und bekommen jeweils einen Buchstaben als Namen. Aufsteigend nach der Tonhöhe sind es: C, D, E, F, G, A und H.

Wieso nur 7 Töne, wenn wir in der Musik doch viel mehr Töne haben und verwenden?
Das liegt an der Eigenschaft von Schallwellen und somit Tönen: Diese 7 Töne haben alle einen eigenen Klangcharakter. Wenn man die nächst höheren oder tieferen Töne nach diesen Stammtönen anhört, erkennt man, dass diese sich ständig wiederholen und quasi gleich klingen: Also der Ton nach dem H klingt wieder wie ein C, der nächste Ton wieder wie ein D und so weiter.
Diese 7 Stammtöne wiederholen sich einfach ständig und bilden jeweils einen Bereich oder eine Lage. Ein hohes C oder ein tiefes C hat den gleichen Klangcharakter und klingt quasi gleich, nur die Tonhöhe unterscheidet sie.
Eine solche Serie aus Stammtönen nennt man eine Notenlage oder Oktavlage.
Vielleicht kann man es mit einem einheitlichen mehrstöckigen Haus vergleichen: Jedes Stockwerk besteht aus der gleichen Anzahl und Anordnung von Fenstern, Balkonen, Türen. Und das Haus besteht selbst aus mehreren dieser Stockwerke. Fenster und Elemente pro Stockwerk sind gleich, nur in unterschiedlichen Höhen.

Es gibt neben diesen Stammtönen noch weitere Töne, die wir in der Musik verwenden. Diese Töne sind Varianten der Stammtöne, aber sie haben einen anderen Klangcharakter. Sie sind höher oder tiefer als die Stammtöne, aber ihr Name wird von ihnen abgeleitet.
In den Noten werden diese Varianten mit sogenannten Vorzeichen markiert (Hinweis: Varianten bzw. Noten mit einem Vorzeichen müssen nicht notwendigerweise eigene Töne sein, es können auch die vorhandenen Stammtöne zu einer Variante werden).
Vorzeichen werden in einem gesonderten Artikel erklärt.

Notenlagen und Oktavbereiche

Um die Lage einer Note anhand des Namens eindeutig zu bestimmen, muss sie einer konkreten Noten- oder Oktavlage zugewiesen werden. Denn die Oktavlagen sind an exakte Töne festgelegt. Diese Oktavlagen haben eigene Namen und Marker, die man dann auch den Notennamen entsprechend gibt:

  • Die Stammtöne in der Mitte eines Klaviers, das sind auch die Töne, die ein Mensch im Durchschnitt gut singen kann, nennt man die eingestrichene Oktavlage. Und "eingestrichen", weil ihre Notennamen neben einem kleinen Buchstaben für den Notennamen auch ein kleines Hochkomma haben.
    Jede weitere höhere Lage bekommt ein weiteres Hochkomma, und deren Namen sind entsprechend: zweigestrichene Oktavlage, dreigestrichene Oktavlage, usw.
  • Die Lagen unter der eingestrichenen Oktavlage erhalten ihre Namen nach einer etwas anderen Regel. Ihre Namen in absteigender Reihenfolge ihrer Lagen sind:
    • kleine Oktavlage, Notation: nur Kleinbuchstaben
    • große Oktavlage, Notation: nur Großbuchstaben
    • kontra Oktavlage, Notation: Großbuchstaben plus ein Hochkomma
    • subkontra Oktavlage, Notation: Großbuchstaben plus zwei Hochkommas

Statt eines Hochkommas wird auch manchmal eine kleine Zahl verwendet. Hier gibt es also verschiedene Schreibweisen.

Die Stammtonreihe wiederholt sich ständig, weil ihre Töne vom Klangcharakter wirklich gleich sind und sich nur noch in der Tonhöhe unterscheiden.
Jede dieser Stammtonreihe ist somit ein Bereich, eine Lage, in der Musik nennt man dies eine "Oktavlage".

Die Stammtöne im Violinschlüssel

Die Stammtöne im Violinschlüssel beginnend ab dem c' sind die am einfachsten zu lernende Lage. Der Violinschlüssel ist auch der bekannteste Schlüssel. Er definiert, dass auf der zweiten Linie von unten die Note g' liegt. Wenn man davon ausgehend die anderen Stammtöne anlegt, sind die Positionen der anderen Stammtöne ganz einfach zu bestimmen.
Wichtig: Eine Note kann nur vertikal mittig auf einer Linie oder ebenso mittig in einem Zwischenraum liegen.
Wenn ein paar Noten ober- oder unterhalb des Notensystem liegen, kann man das Notensystem erweitern. Dazu zeichnet man einfach die fehlenden Linien und Zwischenräume ein, die zwischen der Note und dem Notensystem liegen. Diese Linien nennt man auch Hilfslinien.

In diesem nachfolgend gezeigten Beispiel werden die Stammtöne im Violinschlüssel dargestellt, beginnend mit der Note c'. Da die Note g' auf der zweiten Linie von unten liegt, ermitteln wir anhand der Abfolge der Stammtöne:

g': auf der zweiten Linie von unten
f': im ersten Zwischenraum von unten
e': auf der ersten Linie von unten
d': direkt unter der ersten Linie von unten
c': das liegt unterhalb des Notensystems: Hier ergänzen wir mit einer Hilfslinie, also einer schmalen Linie als Erweiterung des Notensystems, auf der wir dann die Note c' eintragen

Die Stammtöne c',d',e',f',g',a',h' im Violinschlüssel

Die Stammtöne im Bassschlüssel

Die Stammtöne im Bassschlüssel sollen hier in der Lage dargestellt werden, welche direkt unter der oben im Violinschlüssel gezeigten Lage: der kleinen Lage. Da der Bassschlüssel die Note "kleines f" auf der 2. Linie von oben bestimmt, kann man auch hier wieder durch einfaches Abzählen die Lage der Stammtöne im Bassschlüssel bestimmen.

Die Stammtöne c,d,e,f,g,a,h im Bassschlüssel