Notenschlüssel

Allgemein

In der Musik gibt es sehr viele verschiedene Tonhöhen. Von den tiefen Tönen einer Tuba bis zu den hohen Tönen einer Piccoloflöte umfasst der in der Musik verwendete Tonraum leicht mehr als 80 verschiedene Tonhöhen.

Diese vielen Töne müssen wir irgendwie aufschreiben können. Dafür verwenden wir das Notensystem.

Das Notensystem und seine Einschränkungen

Ein Notensystem besteht aus 5 horizontalen Linien. In diesem System kann man Noten eintragen, und je weiter oben eine Note in einem Notensystem steht, desto höher ist ihre Tonhöhe.

Im Notensystem gibt es nur 2 mögliche Arten von Positionen für eine Note: mittig auf einer Linie oder mittig im Zwischenraum von 2 Linien.Somit bietet ein Notensystem zunächst 9 gut lesbare Positionen: 5 Linien und 4 Zwischenräume.

Welche konkreten Töne diese Positionen bedeuten, entscheidet erst der Notenschlüssel. Man kann den Bereich erweitern, indem man über oder unter dem Notensystem kurze zusätzliche Linien zeichnet: die sogenannten Hilfslinien. Das erschwert jedoch mit jeder weiteren hinzugekommen Linie die Lesbarkeit.

Mit Hilfslinien kann man deutlich mehr als 9 Tonhöhen darstellen, vielleicht etwa 20 sind noch einigermaßen gut lesbar. Zu viele Hilfslinien machen das Lesen aber schnell schwierig.

Aber wenn man bis hier aufmerksam gelesen hat ist einem bestimmt aufgefallen: Es gibt insgesamt mindestens 80 unterschiedliche Töne in der Musik, also deutlich mehr. Wie kann man so viele Noten abbilden?

Die einfache Antwort: Nicht auf einmal und nicht gut lesbar in einem einzigen Notensystem. Ein Notensystem zeigt immer nur einen Ausschnitt aus dem gesamten Tonraum.

Der Nutzen von Notenschlüsseln

In der praktischen Anwendung beim Musizieren ist die Einschränkung vom Notensystem, nur 9 Töne gut darzustellen, aber nicht weiter schlimm: der Tonumfang von vielen Instrumenten ist sowieso beschränkt, und man kann die notwendigen Noten in einem einzigen Notensystem gut abbilden.

Man stellt in einem Notensystem also immer nur einen Ausschnitt der komplett verfügbaren Noten dar. Dafür ist es dann absolut wichtig, dass man in einem Notensystem angibt, welchen Ausschnitt man genau genommen hat – sonst könnte es jeder beliebige Ausschnitt sein.


Dafür gibt es die Notenschlüssel. Ein Notenschlüssel legt eine Referenznote fest, anhand der man dann ganz klar weiß, welcher Ausschnitt gewählt wurde.

Ohne einen Notenschlüssel wüsste man nur, dass einige Noten höher oder tiefer als andere klingen. Man wüsste aber nicht, welche Töne genau gemeint sind.

Notenschlüssel sind wirklich zu verstehen wie ein Schlüssel, der entschlüsselt, wie das Notensystem zu lesen ist.


Die folgende Grafik zeigt die Idee noch einmal anschaulich auf eine andeer Weise: In der Musik gibt es sehr viele verschiedene Tonhöhen. Instrumente erzeugen sehr unterschiedliche Tonhöhen: Eine Tuba erzeugt eher tiefe Töne, eine Piccoloflöte sehr hohe Töne, und die menschliche Stimme liegt in etwa dazwischen.

Man sieht in der Grafik sehr schön, dass ein einzelnes Notensystem diesen großen Tonraum nicht komplett darstellen kann. Es enthält immer nur einen kleinen Ausschnitt. Aber ohne Notenschlüssel sehen diese Ausschnitte jedoch gleich aus: Man erkennt nur, ob eine Note höher oder tiefer notiert ist. Aber man weiß nicht, welcher Ton genau gemeint ist.

Erst der Notenschlüssel legt fest, welcher Tonbereich im Notensystem dargestellt wird. Deshalb kann dieselbe Position im Notensystem je nach Notenschlüssel eine andere Tonhöhe bedeuten.

Gleiche Position - aber anderer Ton

Eine Note auf derselben Linie kann je nach Notenschlüssel einen anderen Ton bedeuten.


Links legt der Violinschlüssel g’ auf der zweiten Linie fest. Von dort aus wird die schwarze Note als h’ gelesen.

Rechts legt der Bassschlüssel f auf der vierten Linie fest. Von dort aus wird dieselbe Position als d gelesen.

Die Position bleibt gleich. Der Notenschlüssel verändert die Bedeutung.

Der Violinschlüssel

Der mit Abstand am häufigsten verwendete und bekannte Schlüssel ist der Violinschlüssel. Er legt fest: Auf der zweiten Linie von unten ist das eingestrichene g.

Optisch erkennt man das an seiner inneren Schnecke: Sie umkreist die zweite Linie von unten. Dort liegt im Violinschlüssel das eingestrichene g. Deswegen heißt der Violinschlüssel auch G-Schlüssel.

Das macht klar, welche Töne auf den Nachbarlinien und -zwischenräumen liegen, indem man Ton für Ton die Tonleiter verwendet.

Der Bassschlüssel

Ein ebenso sehr bekannter Notenschlüssel ist der Bassschlüssel.

Er legt fest: Auf der vierten Linie von unten liegt das kleine f. Optisch erkennt man das an den zwei Punkten des Bassschlüssels: Sie stehen über und unter der vierten Linie von unten und rahmen diese Linie ein. Deswegen heißt der Bassschlüssel auch F-Schlüssel.

Weitere Notenschlüssel

Es gibt noch weitere Notenschlüssel. Sie werden seltener verwendet und kommen vor allem bei bestimmten Instrumenten oder Stimmlagen vor. Ihr Zweck ist derselbe: Die Töne sollen möglichst gut lesbar im Notensystem liegen.

Wie lernt man Notenschlüssel?

Notenschlüssel muss man auswendig lernen: ihr Symbol, und welche Referenznote sie festlegen. Aber da es überwiegend nur zwei Notenschlüssel gibt, ist das keine schwere Aufgabe.

Schwieriger wird dann das Lernen der Noten, die in einem Notensystem abhängig vom Notenschlüssel stehen – denn auch die muss man auswendig lernen.

Genau dafür gibt es auf Noteslearner Übungen und Spiele.