Einstieg
Noten sehen alle irgendwie ähnlich aus, aber es gibt ein paar mehr oder weniger große Abweichungen unter ihnen. Der Grund: Diese kleinen Unterschiede bestimmen, wie lange eine Note klingen soll: der Notenwert.
Beim Notenlesen ist diese Information genauso wichtig wie die Tonhöhe. Denn selbst die richtigen Töne können völlig anders klingen, wenn sie unterschiedlich lange gespielt werden. Erst durch die zeitliche Abfolge entstehen Rhythmus und der typische Verlauf einer Melodie.
Die gute Nachricht: Dafür braucht man nur eine überschaubare Anzahl verschiedener Notenformen. Wie sie zusammenhängen, folgt einem sehr einfachen System.
Für die Länge von Tönen gibt es verschiedene festgelegte Notenwerte. Ähnlich wie Bausteine gibt es eine überschaubare Anzahl von Notenwerten, die man auswählen und miteinander kombinieren kann.
Die Anzahl der Bausteine ist auch nicht groß, also in den Grundlagen relativ gut zu verstehen und zu lernen.
Wie die Notenwerte eingeteilt sind, folgt einer einfachen Logik: Wenn man alle Notenwerte ihrer Dauer nach sortiert nebeneinander stellt, ist jeder Notenwert immer genau halb so lang wie der Notenwert davor – und genau doppelt so lang wie der Notenwert, der ihm folgt.
Theoretisch könnte man diese Reihe immer weiter fortsetzen. In der heutigen Musik verwendet man jedoch nur eine überschaubare Anzahl solcher Notenwerte:
- Ganze Note
- Halbe Note
- Viertelnote
- Achtelnote
- 16telnote
- 32stelnote
- 64stelnote
- 128stelnote
Hinweis
Es gibt noch weitere Notenwerte, die aber heute gar nicht oder nur seltener verwendet werden. Dieser Artikel bezieht sich nur auf die heute üblichen, weit verbreiteten Notenwerte in der westlichen Musik.
Wie eine Note aufgebaut ist
Die verschiedenen Notenwerte werden im Wesentlichen aus drei Bausteinen gebildet:
1. Notenkopf
2. Notenhals
3. Notenfahne
Der Notenkopf ist immer vorhanden und hat eine ovale Form. Ihn gibt es in zwei Versionen: 1) Innen nicht ausgefüllt oder 2) schwarz gefüllt.
Bei allen hier vorgestellten Notenwerten außer der Ganzen Note kommt außerdem ein Notenhals hinzu.
Die Notenfahnen kommen bei den kürzeren Notenwerten dazu. Wenn eine Note schon eine Fahne hat, wird der nächst kürzere Notenwert einfach entsprechend um jeweils eine weitere Fahne ergänzt.
Ergänzung
Wenn Noten mit einem Fähnchen häufig vorkommen und nebeneinander stehen, können die vielen Fähnchen die Lesbarkeit verschlechtern. In diesen Fällen schreibt man keine Fähnchen an die Notenhälse, sondern verbindet die Noten am Notenhals mit einem Balken. Dabei steht ein einzelner Balken auch genau für ein einzelnes Fähnchen. Sind es zwei Balken, ist es die gleiche Note wie wenn es zwei Fähnchen wären.
Das Problem der exakten Zeiten
Vielleicht stellst du jetzt die berechtigte Frage, wie lang eigentlich so ein Notenwert genau ist?
Klingt z. B. eine Ganze Note vier Sekunden? Oder fünf, acht oder zwölf?
Die Antwort: Es gibt keine ausdrücklich festgelegten Zeiten.
Das würde auch keinen Sinn machen, weil Musik oder ein Lied in sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten gespielt werden kann. Einer mag das Lied in mittlerer Geschwindigkeit und spielt es in 2Minuten 34 Sekunden, ein anderer etwas schneller und spielt es in 2Minuten und 25Sekunden. Wenn jeder Notenwert genau eine exakte Zeit mit seinem Aussehen festlegt, dann wäre man hinsichtlich der Geschwindigkeit, in der man ein Musikstück spielen kann, enorm eingeschränkt. Man müsste für jede mögliche Zeitdauer einen neuen optischen Notenwert erfinden und einfügen. Das würde zu einer großen Zahl an Notenwerten führen, die sich niemand merken kann!
Die Notenwerte legen also keine absoluten Zeiten fest, sondern exakte Verhältnisse zueinander.
Die Grafik verdeutlicht das: Die Ganze Note ist exakt so lang wie 2 Halbe Noten oder 4 Viertelnoten zusammen. Kleinere Notenwerte erreicht man durch Halbierung, größere durch Verdoppelung. Dargestellt sind hier die Notenwerte von Ganzer Note bis 16telnote.
Wie schnell die Noten gespielt werden, wird durch das Tempo des Stückes bestimmt. Spielanweisungen können zunächst angeben, ob ein Stück beispielsweise schnell oder langsam gespielt werden soll.
Auch Stil und Rhythmus eines Stückes lassen häufig schon einen typischen Tempobereich erwarten: Rock ’n’ Roll wird beispielsweise meist deutlich schneller gespielt als eine ruhige Ballade – selbst wenn in beiden überwiegend Viertel- und Achtelnoten vorkommen.
Es ist aber zum Glück nicht alles relativ. Wenn man ein Stück in einer exakten Geschwindigkeit spielen möchte oder soll, dann kann man das über den Noten mit der sogenannten Angabe „Schläge pro Minute“ (englisch: „BPM“) festlegen.
Dort steht dann ein Notenwert mit einer Zahl. Die Zahl legt fest, wie oft dieser Notenwert in eine Minute passt. Damit kann man sehr exakt ausrechnen: 60 Sekunden / 120 = 0,5 Sekunden pro Viertelnote. In diesem Lied wäre dann die Dauer einer Viertelnote genau 0,5 Sekunden.
Und die Zeiten der anderen Notenwerte kann man sich dann durch die einfachen Regeln des Verdoppelns und Halbierens ausrechnen.