Warum Notensystem und Noten?

Die Liebe zur Musik

Wir Menschen lieben Musik - es gibt Studien die sagen, dass bis zu über 90% der Bevölkerung regelmäßig Musik hören. Musik ist überall um uns herum. Wir hören sie bei ganz vielen Gelegenheiten: Zum Aufstehen, zum Einschlafen, beim Sport, auf Partys, wenn es uns gut geht - aber auch wenn wir traurig sind und Trost brauchen.

Musik ist eine universelle Sprache, die Menschen überall verbindet und Emotionen auf einzigartige Weise ausdrückt.

Darüber hinaus hat Musik auch heilende Wirkung, die sowohl kulturell als auch medizinisch anerkannt und belegt ist.

Wir konsumieren Musik jedoch nicht nur, sondern musizieren auch sehr gerne aktiv. Auch hier zeigt Musik ihre besonderen Fähigkeiten: Gemeinsames Musizieren verbindet Menschen und schafft Gemeinschaft. Musizieren fördert die Intelligenz und soziale Kompetenz, hilft dabei, Emotionen ohne Worte auszudrücken, und vieles mehr.

Wie kann man Musik weitergeben?

Wenn wir Musik eines Künstlers nachspielen wollen, wenn wir Musik über Generationen hinweg erhalten möchten oder wenn wir Musik besser verstehen und analysieren will, dann wird eines schnell klar: All das ist sehr schwierig, wenn man Musik nicht in irgendeiner Form aufschreiben kann.

Wer das tolle Saxophon-Solo seines Lieblingsmusikers nachspielen möchte, der muss ohne eine aufgeschriebene Form das komplette Solo auswendig lernen: Note für Note, mit Pausen, Rhythmus und Dynamik.

Was bei einem Solo vielleicht noch möglich ist, wird bei einem kompletten Lied schwieriger. Je mehr Instrumente dazukommen, desto komplexer wird es - bis es nahezu unmöglich wird.

Deswegen haben Menschen über viele Jahre hinweg versucht, ein System zu entwickeln, mit dem man Musik notieren und weitergeben kann.

Musik aufschreiben

Es klingt zunächst vielleicht simpel, aber Musik in eine schriftliche Form zu bringen ist sehr anspruchsvoll. Musik ist komplex und besitzt viele Eigenschaften, die man berücksichtigen und festhalten muss.

Neben der Tonhöhe braucht man Angaben zur Tondauer, zum Rhythmus, zum Takt, zu Lautstärken und deren Veränderungen im Verlauf des Musikstücks.

Die große Herausforderung bestand darin, ein System zu finden, mit dem all diese Informationen möglichst genau notiert werden können - und das gleichzeitig für Musiker klar, schnell und sicher verständlich ist.

Notensysteme helfen dem Verstehen von Musik

Neben dem Weitergeben und Nachspielen von Musik gibt es einen weiteren wichtigen Vorteil, den ein Notensystem mit sich bringt.

Dazu ein Vergleich:

Hast du dir schon einmal ein Bild angesehen? Gab es dabei Details, Techniken oder Objekte, die dich besonders interessierten und die du genauer betrachtet hast?

Das war vermutlich nicht besonders schwer. Das Bild hing vielleicht an der Wand, und solange du es betrachtet hast, blieb es dort hängen. Und auch das Bild an sich veränderte sich nicht, das Gemalte blieb die ganze Zeit exakt gleich.

Du konntest es also in aller Ruhe ansehen, bestaunen, entdecken und daraus lernen.

Musik "passiert" im Augenblick

Wie ist das aber nun mit Musik? Wenn du in einem Konzert bist, dir die Musik richtig gut gefällt und du ein tolles Gitarren-Solo noch einmal ausgiebig genießen möchtest, merkst du schnell:

Das ist leider nicht so einfach wie bei einem Bild.

Musik wirkt anders. Sie entsteht erst über die Zeit hinweg. Man kann keinen dieser Momente festhalten oder anhalten, um ihn genau anzuhören, zu analysieren oder einfach länger zu genießen.

Das macht auch für Wissenschaftler die Analyse von Musik komplizierter. Gerade deshalb war die Entwicklung von Notensystemen enorm hilfreich: Sie ermöglichen es, Musik auf einen Blick, in aller Ruhe und unabhängig von dem Moment zu betrachten, verstehen, vergleichen und analysieren.